Baltischer Küstenwanderweg - Routenverlauf

Die felsen und wasserfälle in Nordwestestland

Der Finnische Meerbusen
Nõva - Tallinn: 158 km, Tage: 53–60

Die vielfältigste Strecke des Baltischen Küstenwanderwegs in Estland, wo ein nordischer Hauch zu spüren ist. Hier erblickt man Feldsteine, Sandstrände, dicht mit Gras bewachsene Küstenwiesen und Brekzien - Gesteinstücke, die infolge einer Meteor-Explosion entstanden sind. Die Pakri-Felsen - einer der spektakulärsten Steilhänge im Baltikum auf 24 Meter Höhe. Sie beeindrucken die Wanderer durch ihre Wuchtigkeit. Der Wanderweg schmiegt sich meistens an die Meeresküste, an einigen Stellen verläuft er aber auf Wald- und Feldwegen. Die Landschaft bietet Landgüter, Kirchen, Leuchttürme und den Pakri-Windpark. Die Wanderer bezaubert auch der Keila-Joa-Wasserfall und die geheimnisvollen Pakri-Inseln. In der Umgebung von Tallinn gibt es viele Orte mit Militärerbe - Befestigungen der Küstenlinie und Batterien zum Küstenschutz. Paldiski war während der Sowjetzeit eine geschlossene Stadt und ein besonders geheimes Militärobjekt. Dort befand sich ein speziell entwickelter Kernreaktor für U-Boote - ein Trainingsort für Militärkräfte. Der Baltische Küstenwanderweg mündet im Zentrum von Tallinn, dessen mittelalterliche Altstadt auf der Welterbe-Liste der UNESCO steht.

MTag 53. Nõva - Vihterpalu.

Dem Finnischen Meerbusen entlang

Von Rannaküla aus läuft der Baltische Küstenwanderweg im Bogen um ein Feuchtgebiet herum, überquert das Flüsschen Nõva und stößt auf den Strand der Keibu-Bucht (am Anfang dicht bewachsen). Dort erstreckt sich ein sandiger Strand mit Dünen. Am Keibu-Bach biegt der Pfad in Richtung Binnenland ein, wo er weiter mit dem markierten Pfad der estnischen Forstverwaltung zusammenfällt: Peraküla – Aegviidu – Ähijärve. Der Pfad schlängelt sich durch das Dorf Keibu und führt  gegenüber dem Dorf Alliklepa zum Meer. In der Umgebung gibt es wunderschöne Wacholderfelder. Der Streckenabschnitt verläuft weiter zwischen dem Meer und zwei kleinen Seen, die früher Buchten waren. Gegenüber den Seen wurden Dolomitschichten freigelegt. Bis zum Dorf Vintse verläuft die Strecke auf einem schmalen Küstenweg (vom hier aus sind die Pakri-Inseln sichtbar), bis sie in Richtung Vihterpalu abbiegt.


MTag 54. Vihterpalu - Padise.

Eine sieben Jahrhunderte alte Kirche und ein Kloster

Die südliche Küste der Meeresenge Kurkse väin ist ein Feuchtgebiet. Der Baltische Küstenwanderweg führt deshalb durch das Binnenland. Zum größten Teil verläuft der Weg durch ein spärlich bewohntes Waldmassiv (fällt mit dem Pfad zusammen, der von der staatlichen Forstverwaltung Estlands angelegt worden ist) Peraküla – Aegviidu – Ähijärve). An einigen Stellen führt der Pfad zu einer offenen Stelle oder einem Dorf heraus.


MTag 55. Padise - Paldiski.

Paldiski – die einst geschlossene und verbotene Stadt

Von Padise bis Karilepa windet sich der Baltische Küstenwanderweg auf kleinen Landwegen. Danach verläuft er bis Madise der Landstraße entlang. Vom Kirchberg des Dorfes Madise aus, der an der Altküste liegt, eröffnet sich ein hervorragender Blick auf die Paldiski-Bucht und die Pakri-Inseln. Von Madise bis Paldiski folgt man dem Pfad entlang der vorher genannten Landstraße bis zum Südhafen der Stadt. Am Rand des Hafens entlang erreicht man den im südlichen Teil der Stadt Paldiski gelegenen Bahnhof. Während der Sowjetzeit war Paldiski eine geschlossene Stadt mit einem Militärhafen und einem Trainingszentrum für atomgetriebene U-Boote auf der Pakri-Halbinsel. Dort wurde mit ein kleiner Kernreaktor betrieben.


MTag 56. Paldiski - Kersalu.

Felsen, ein Leuchtturm und das Militärerbe

Der Baltische Küstenwanderweg führt um die Pakri-Halbinsel herum, von der aus sich ein Blick auf die
schönsten Landschaften der nordwestlichen Küste Estlands bietet. Der Pfad führt durch das Zentrum der
Stadt Paldiski und biegt an der Bastion des Zaren Peter des Großen in Richtung des Leuchtturm von Pakri ab. Bis zum Leuchtturm verläuft der Weg auf dem Rücken der eindrucksvollen Pakri-Felsen. Weiter bis zum Ort Kersalu führt der Pfad mal steil bergauf über die Felsen, mal bergab zu einem sandig-steinigen Strand und einem wunderschönen Kiefernwald. Die Pakri-Felsen offenbaren ihren Reiz im kalten Winter, wenn sich hier eindrucksvolle Eisabbrüche herausbilden, wie auch im Herbst, wenn die Blätter bunt sind.


ETag 57. Kersalu - Laulasmaa.

Strände, Badeorte und ein Kurort

Der Pfad führt der Meeresküste entlang durch kleine Küstendörfer. In der Nähe des Dorfes Kersalu stößt der Baltische Küstenwanderweg auf eine steinige Küste, an der mehrere Meter hohe, hinter dem Laub verborgene Felsen emporragen. Nähert man sich dem Dorf Kloogaranna, kommt ein breiter Sandstrand mit Dünen zum Vorschein. Am Strand Kloogaranna biegt der Baltische Küstenwanderweg in Richtung Dorf ab, macht einen 3 Kilometer langen Bogen durch das Binnenland und führt wieder zurück zur Meeresküste.


MTag 58. Laulasmaa - Vääna-Jõesuu.

Der schönste Wasserfall Estlands

Aus landschaftlicher Sicht ist es der vielfältigste Abschnitt des Baltischen Küstenwanderweges. Geeignet ist er für ausdauernde Wanderer. Zu sehen bekommt man sowohl steinige Strände als auch Sandstrände und gute Badeorte, herrliche Kiefernwälder und den eindrucksvolle Türisalu-Fels sowie Jahrhundertsteine. Auf den kleinen Pfaden des Keila-Waldparks kann man den Keila-Wasserfall erreichen. Auch kann man die dem Leben der Küstenfischer gewidmete Ausstellung im Dorf Lohusalu besuchen.


MTag 59. Vääna - Jõesuu - Tabasalu.

Die sagenumwobene Suurupi-Halbinsel

Eine der schwierigsten Strecken des Baltischen Küstenwanderweges. Sie ist nur für erfahrene Wanderer geeignet. Der Pfadabschnitt läuft im Boden der Suurupi Halbinsel herum, in deren dichten Wälder das militärische Erbe verschiedener historischer Epochen verborgen ist. Der Baltische Küstenwanderweg schlängelt sich durch dicht bewachsene und steinige Strände, Birkenhaine, dann weiter entlang ehemaliger Pionierlagern und den von Sandsteinfelsen beschützten Buchten mit spitzen Erdzungen. An einigen Stellen sieht man im Meer Freilegungen des Dolomitgesteins und “Inseln” aus Feldsteinen. Am Ende des Streckenabschnittes ragt eine der eindrucksvollsten Freilegungen der estnischen Küste empor – die Felsen von Rannamõisa. Von den Felsen aus eröffnet sich ein herrlicher Blick auf die Kakumäe-Bucht und die Türme der Altstadt von Tallinn.


MTag 60. Tabasalu - Tallinna sadam.

Tallinn - Teil des UNESCO-Weltkulturerbes

Bei Tabasalu überquert der Baltische Küstenwanderweg die Stadtgrenze von Tallinn und führt durch die Stadtteile Tiskre und Vismeistri zum Strand Kakumäe. Von dort läuft er im Bogen um die felsumschlungene Kakumäe-Halbinsel und deren vom Wald bedeckten Spitze herum Von hier aus bietet sich ein schöner Ausblick auf den Hafen von Tallinn. Gegenüber dem Stadtteil Õismäe verläuft eine herrliche Strandpromenade. Der Pfad umkreist das Freilichtmuseum Estlands und schlängelt sich der Strandpromenade entlang bis zum Strand Stroomi. Weiter verläuft der Routenabschnitt auf den Gehwegen des Stadtviertels Pelguranna bis zum Estnischen Meeresmuseum. Von dort aus führt der Pfad der Strandpromenade entlang und erreicht den Hafen von Tallinn – den Endpunkt des Baltischen Küstenwanderweges. Durch Estland sind ~ 620 Kilometer zurückgelegt worden.